über 218 Jahre Feuerwehrgeschichte

  Die Feuerwehrfahne von Effelder wurde 1992 anlässlich des 200jährigen Bestehens angeschafft

Effelder erhält 1792 eine Feuerwehrspritze

Zwei Quellen geben uns Aufschluss über die Anfänge der Feuerwehr im Pfarrspiel Effelder. Es sind die „Topographie des Pfarrspiels Effelder“, (4), die von Fr. Th. Heim in den Jahren von 1808 bis 1814 geschrieben wurde, sowie das wiederentdeckte Kassenbuch der Gemeinde Effelder aus den Jahren von 1808 bis 1835, (5). Beide Dokumente liegen unveröffentlicht in Handschrift vor, in beiden finden wir mehrere Hinweise.

  Die Vorderseite der Feuerwehrfahne mit Landeswappen Thüringen, Kirche und Tanzlinde

Beginnen wir mit der Topographie Heims

Er beschreibt im letzten Drittel seiner Arbeit die Landesverfassung mit allen Rechten und Pflichten einerseits in Bezug auf den Landesherrn, andererseits bezüglich des Guts- und Gerichtsherrn. Man muss wissen, dass das Pfarrspiel Effelder damals zum Amte Schalkau gehörte und dieses wiederum zum Herzogl. Sachsen- Meiningischen, zeitweilig Gothaìschen Hause. Laut Verfassung hatte der Landesregent u.a. das Recht auf Erhaltung der öffentlichen Sicherheit, wozu auch angeordnete Wachen, Feuerwehranstalten durch Feuerschau, Anschaffung dienlicher Löschinstrumente und Feuerordonanzen gehörten. Bezüglich des Guts- und Gerichtsherrn indessen waren die Verhältnisse so, dass der hiesige Gutsbesitzer die hiesige Dorfherrschaft ausübte. „Vermöge dieser Herrschaft lässt er die Polizei verwalten, ... Tag- und Nachtwachen, Feuerschauen u. dgl. Anordnen.“

       Die Hinterseite der Feuerwehrfahne mit Leitspruch und Feuerwehremblem

Die Rechte und Pflichten der Dorfvertreter schließlich, hierunter haben wir den Schultheißen und seine beiden Dorfvorsteher oder Dorfmeister zu begreifen, sind in der „weltlichen Verfassung des Dorfes“ festgelegt. Außer seiner wichtigsten Aufgabe, nämlich die Dorfgemeinde vor den hiesigen Gerichten und vor dem herzoglichem Amte zu vertreten, hatte der Schulz die Dorfpolizei zu verwalten , „wozu vorzüglich gehören: Aufsicht über die Tag- und Nachtwachen, Besichtigung der Feuerstätten und Probierung der hier befindlichen Feuerspritze...“ Bei seinen Visitationen, so auch bei der Feuerschau, hatten die beiden Dorfmeister, der rechnungsführende und der aufwartende, den Schultheiß zu begleiten, ansonsten bestand ihre Aufgabe in der Verwaltung der Gemeindekasse und Führung der Rechnung.

  Feuerwehrkameraden mit der historischen Feuerspritze am Festumzug 1050 Jahre Effelder

Man erkennt daraus, dass die Landesregierung durchaus willens war, nicht nur die Städte, sondern auch die Dörfer wirksam vor Feuersbrünsten zu schützen.
Ob nun stärker durch den Druck der Obrigkeit oder vielmehr auf Wunsch der Dorfherrschaft bleibe dahingestellt. Tatsache ist, dass im Jahre 1792 für die Dörfer des Pfarrspiels Effelder, Meschenbach ausgenommen, dass zur Rauensteiner Spritze gehörte, eine Feuerspritze in Coburg bei Johann Gottlob Heß für 232 flfr. Gekauft wurde.

   Großbrand in der Nachbargemeinde Meng.- Hämm.; ehem. Porzelanfabrik 2002

Dazu Heim:


„Die Feueranstalten bestehen darin, dass hier eine Feuerspritze ist, welche auf Kosten des Pfarrspiels vor ungefähr 200 Jahren (d.h. 1792) angeschafft worden ist und in einem besonderen Haus auf dem Schlosshof verwahrt wird. Acht starke Männer aus dem hiesigen Dorf samt einem Spritzenmeister, dem Schmied Jo. Friedrich Steiner allhier, sind verordnet, dieselbe bei entstandener Feuersbrunst in Tätigkeit zu setzen und zu regieren, und ein Paar Ochsen stehen immer parat, auf den Befehl des Schultheißen angespannt, sie an den erforderlichen Ort so schnell als möglich zu bringen. Auch sind jetzt eine Anzahl Feuereimer, die durch Beiträge jedes jungen Mannes, der Meister wird oder zum ersten Mal heiratet, von 24 Btz. Angeschafft worden, vom Herzogl. Amt Schalkau hierher gesendet worden, die im Spritzenhaus zum Gebrauch aufbewahrt werden. Jährlich wird die Feuerspritze ein- auch zweimal im Beisein der hiesigen Gemeindemitglieder und der auswärtigen Schultheißen probiert, und wenn ein Mangel daran gefunden wird, derselbe sogleich repariert.“
  Landrätin Christine Zitzmann, stv. Bürgermeister Andreas Greiner, MdL Beate Meißner und stv. Ministerpräsidentin Birgit Diezel zur Gast bei der Feuerwehr, 215 Jahre FFW Effelder 2007

Heim weist an anderer Stelle darauf hin, dass in der Gemeindelade neben einer Menge anderer Papiere solche über die Anschaffung und den Erhalt der hiesigen Feuerspritzeaufbewahrt werden (1814).

Großeinsätze der Effelder Feuerwehr

  
Schwerer Verkehrsunfall in Seltendorf Richtung Grümpen

1927 6. Juli Hochwasser durch wolkenbruchartige Regenfälle

1935 17.-21. März schwerer Sturm und Hochwasser der Effelder
27./28. Oktober Hochwasser nach 4 Tagen Regewetter

1937 2. Mai schwere Gewitterstürme

1941 1.-12. Januar Stürme und Schneeverwehungen / Eisenbahn- und
Straßenverkehr brachen zusammen

1949 7./8. Oktober Großbrand Bereich Schlossgasse/ Sonneberger Straße,
Scheunen und Wohnhäuser, weite Teile des Straßenzuges zerstört

1955 30. März Hochwasser nach tagelangen ununterbrochenen Regen-
fällen

1958 1. August Schweres Gewitter, von orkanartigen Sturm begleitet,
zahlreiche Dächer beschädigt

1968 30. August Schweres Gewitter mit wolkenbruchartigen Regenfällen,
Überschwemmungen

1969 5. und 11. August schwere Gewitter

1970 24. Februar-8. April Kälteperiode mit Schneefall= hohe Schneedecke
18.-22. April Schneeschmelze, die weitreichende Überschwemmungen
mit sich brachte

1996 06.12. Dachstuhlbrand Effelder Schloss

1997 Scheunenbrand im Blatterndorfer Grund

1998 Großes Hochwasser nach Schneeschmelze

1998 Wohnhausbrand am Fichtacher Berg

2007 Orkantief "Kyrill"

2007 Brand Waldhaus (Karthütte) am Fichtacher Berg

  Übung Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person, 215 Jahre FFW Effelder 2007


Aus dieser Aufstellung ist unschwer zu erkennen, wie vielfältig und oft auch gefährlich die Arbeit der Feuerwehr hier in Effelder ablief. Bei dieser Auflistung, die aus alten Aufzeichnungen und Chroniken zusammengestellt wurde, sind natürlich nicht aufgeführt, Routinearbeiten oder kleinere Einsätze, auch nicht, ob und wann Feuerwehrleute bei Einsätzen körperlich zu schaden kamen. Aber jedem wird wohl klar sein, dass auch all dieses zum Alltag der Feuerwehr gehört.

  Spendenaktion mit den DRK Sonneberg und der FFW Effelder, Flutkatastrophe

Seit 1792 im Einsatz fürs Gemeinwohl - 218 Jahre FFW Effelder